"Leere- Hitze" oder "falsche Hitze"
Share
In der Traditionelle Chinesische Medizin wird die Perimenopause als eine Zeit grosser Veränderung im Körper angesehen. Besonders wichtig ist dabei das sogenannte Yin. Yin steht in der TCM unter anderem für Kühlung, Ruhe, Regeneration, Feuchtigkeit und Substanz im Körper.
Mit zunehmendem Alter und besonders während der Perimenopause, nimmt das Yin natürlicherweise langsam ab. Wird das Yin zu schwach, entsteht aus Sicht der TCM sogenannte „falsche Hitze“ oder auch „Leere-Hitze“. Das bedeutet nicht, dass der Körper wirklich zu viel Energie hat, sondern dass ihm die kühlende und ausgleichende Kraft fehlt.
Typische Anzeichen dieser falschen Hitze können sein:
· Hitzewallungen
· Nachtschweiss
· innere Unruhe
· Schlafprobleme
· Gereiztheit
· trockene Haut und Schleimhäute
· trockene Augen
· Herzklopfen
· Stimmungsschwankungen
· Erschöpfung trotz innerer Unruhe
Gleichzeitig kann ein geschwächtes Yin den Stoffwechsel und die Regulation des Körpers beeinflussen. In der TCM spricht man häufig davon, dass der Körper „Feuchtigkeit“ und „Schlacken“ schlechter ausleiten kann. Dadurch entstehen leichter Wassereinlagerungen, Verschlackungen und Fetteinlagerungen, besonders im Bauchbereich. Viele Frauen bemerken deshalb in der Perimenopause trotz gleicher Ernährung plötzlich eine Gewichtszunahme oder das Gefühl, „aufgeschwemmt“ zu sein.
Auch Verdauung und Energieproduktion arbeiten oft langsamer. Stress verstärkt diesen Zustand zusätzlich, da er den Körper weiter belastet und die hormonelle Balance beeinträchtigen kann. Gleichzeitig steigt häufig das Stresshormon Cortisol an, was Heisshunger und Fettablagerungen zusätzlich fördern kann.
Die TCM unterscheidet dabei vereinfacht gesagt zwischen „gesundem Yin“ und einem Zustand, in dem zu wenig Yin vorhanden ist. Fehlt dieses gesunde Yin, kann der Körper sich schlechter regulieren, regenerieren und kühlen. Dadurch geraten viele Prozesse leichter aus dem Gleichgewicht.
Gerade in der Perimenopause ist es deshalb wichtig, den Körper nicht zusätzlich auszubrennen. Aus Sicht der TCM helfen ausreichend Schlaf, Erholung, Stressreduktion und eine nährende Ernährung dabei, das Yin zu unterstützen. Besonders wichtig sind regelmässige Mahlzeiten, genügend Eiweiss, hochwertige Fette und ausreichend Flüssigkeit.
Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle. Regelmässiges Krafttraining hilft dabei, Muskelmasse zu erhalten, denn mit weniger Muskeln verlangsamt sich auch der Stoffwechsel. Sanfte Bewegung, Spaziergänge, Yoga oder moderates Training können zusätzlich helfen, den Körper zu entlasten und das innere Gleichgewicht zu unterstützen.
Zu intensiver Sport, dauerhafter Stress, zu wenig Schlaf oder stark verarbeitete Lebensmittel können das Yin zusätzlich schwächen. Statt den Körper ständig anzutreiben, geht es in dieser Lebensphase darum, Kraft zu erhalten, den Körper zu nähren und wieder mehr Balance zu schaffen.